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1. Juli 2016

Projektgenerierung entscheidet

Gastkolumne von Dr. Frank Bierlein, ME Fonds - PERGAMON

Die Identifizierung von künftigen Abbaugebieten und die Exploration neuer Lagerstätten ist das Brot- und Buttergeschäft der „Juniors“ unter den Rohstoffgesellschaften. Deren Existenz in einem zunehmend harten Wettbewerbsfeld hängt direkt davon ab, ob und wie erfolgreich die jeweiligen technischen Experten (z.B. Geologen, Geophysiker, GIS-Spezialisten) ihr Wissen anwenden und umsetzen können.

Dies zeigt sich in der Selektion von vielversprechenden Gebieten, dem geologischen Modell, das der konzeptuellen Strategie zugrunde liegt und der Anwendung von innovativen Methoden, die es erlauben, multidisziplinäre Datensätze effizient und nach dem neuesten Erkenntnisstand zu interpretieren. Am anderen Ende der Skala, wo sich die „Majors“ der Rohstoffgesellschaften wie BHP Billiton, Rio Tinto und Barrick tummeln, wurde dagegen in den letzten Jahren immer weniger Projektgenerierung und eigenständige Exploration betrieben. Dies lag zum größten Teil daran, dass kostspielige Erkundungs- und Bohrprogramme von Managern (und vielen Investoren) als „wertzerstörend“ angesehen wurden. Das Wachstum dieser Konzerne war von daher – wie bisher in jeder Abgangsphase des zyklischen Rohstoffmarktes – fast ausschließlich von Übernahme- und Fusionsgeschäften dominiert.

Gesunkene Entdeckungsrate
Aufgrund dessen, sowie der Tatsache, dass Exploration für tiefer verborgene Lagerstätten in schwerer zugänglichen Gebieten zu unerschwinglich für kleinere Unternehmen wurde, ist in den letzten zehn Jahren die Entdeckungsrate von neuen Lagerstätten deutlich gesunken. Dazu kommt, dass der Zeitraum zwischen Entdeckung und Abbau einer Lagerstätte aufgrund von überbordenden bürokratischen, umwelt- und investitionsbezogenen Hürden generell stark angestiegen ist. Dies wiederum hat das Wachstumspotenzial der großen Minenkonzerne spürbar eingeschränkt.

In Anbetracht dessen sowie des kritischen Mangels an „frischem“ Investitionskapital vor allem für „Juniors“ haben einige der größeren Minengesellschaften bereits klar erkannt, dass Projektgenerierung der fundamentale Antrieb für strategisch orientiertes Wachstum sein muss. Demzufolge wird von diesen Gesellschaften intern inzwischen wieder vermehrt in diesen Sektor investiert. Kurzfristig mag sich diese Strategie negativ auf Aktienwert und Dividendenausschüttungen auswirken, aber längerfristig sind solche Rohstoffunternehmen ungemein
attraktiv für den verständigen Investor.

Spreu und Weizen
Unter den „Juniors“ hat sich durch das Ende des Aufschwungs die Spreu vom Weizen getrennt. Obwohl Marktwertverluste von über 70% den gesamten Sektor erschütterten, stehen „Juniors“, die qualitativ hochwertige Explorationsprojekte besitzen und sich durch technisch exzellente Projektgenerierung auszeichnen, bereits wieder sehr viel besser da als rein spekulative – und von daher hoffnungslose – Betriebe. Es sind diese „Juniors“ mit extrem hohem Wachstumspotenzial, die speziell fokussierte Investmentfonds wie den ME Fonds – PERGAMON im Rahmen ihrer Investitionsstrategie identifizieren und als wichtigen Bestandteil ihres Wertsteigerungs-Portfolios betrachten.

Diplom-Geologe Dr.  Frank  Bierlein ist Beiratsvorsitzender des ME Fonds – PERGAMON. Der Deutsch-Australier hat in Heidelberg studiert und in Melbourne promoviert. Er hat über 20 Jahre Erfahrung in angewandter geologischer Forschung und Rohstoff€exploration. Dr. Bierlein ist Autor von über 120 Fachverö€entlichungen. Von 2008 bis 2014 war er Manager für weltweite Projektentwicklung für einen internationalen Rohsto€ffkonzern mit Sitz in Adelaide.