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15. März 2016

Unterschätzte Dividenden

Der Beitrag von Dividenden zur Vermögensbildung wird immer noch von vielen Anlegern unterschätzt. Damit bleiben Chancen auf regelmäßige passive Einkünfte oft ungenutzt.

Dividendenhistorie
Ein wichtiges Auswahlkriterium für attraktive Dividenden-Aktien ist die Ausschüttungshistorie. Dabei sollte ein Zeitraum von etwas 10 bis 15 Jahren auf Beständigkeit und Höhe der Dividende betrachtet werden. Aktionäre, die sich längerfristig bei guten Gesellschaften eingekauft haben, gehören bereits über die Dividenden zu den Gewinnern. Der stabilisierende Faktor der Ausschüttungen ist kaum bewusst. Dabei gibt es Aktien, die heute noch börsennotiert sind und die bereits seit der Zeit vor dem ersten Weltkrieg regelmäßig Dividenden zahlen. Viele Anleger glauben immer noch, dass nur der Staat und seine Anleihen Sicherheit bieten – definitiv ein Irrglaube. Manche Unternehmen sind weitaus verlässlicher.

Die Kraft der Ausschüttungen
Der DAX-Konzern Linde hat beispielsweise 2003 eine Dividende von 1,13 EUR gezahlt, 2015 wurden 3,15 EUR ausgeschüttet. Betrachtet man den Dividendenanstieg, verblassen selbst die Mieteinnahmen der oft beneideten Immobilienbesitzer. Denn im genannten Zeitraum wird die Miete bei einer Wohnung gleicher Qualität kaum von jährlich 11.300 EUR auf 31.500 EUR gestiegen sein. Im Vergleich zu den gerade bei Deutschen beliebten Immobilien bieten zuverlässige Dividenden-Aktien attraktive passive Einkünfte – und zwar ohne dass eine Renovierung ansteht oder der Mieter Reparaturen anmahnt. Selbst die Häufigkeit der Dividendenzahlungen kann der Aktionär bei der Auswahl der Aktien beeinflussen.

Denn bei vielen US-amerikanischen Unternehmen sind quartalsweise Ausschüttungen üblich. Soll der Cash-Zufluss nicht ausgegeben werden, empfiehlt sich ein systematisches Reinvestieren nach den Ausschüttungen. Das verhilft langfristig zu attraktiven Durchschnittskursen beim Aktieneinstieg. Dividendenpapiere aus unterschiedlichen Währungsräumen bieten eine sinnvolle Streuung, falls eine bestimmte Währung unter Druck kommen sollte.

Vorsicht Dividendenfalle
Voraussetzung für eine langfristige Dividendenstrategie ist die Auswahl qualitativ hochwertiger Aktien. Dabei führt die Höhe der Dividendenrendite oft in die Irre. Bei Anlegern sollten in Fällen überdurchschnittlicher Dividendenrenditen vielmehr die Alarmglocken schrillen. Vorsicht ist bei Branchen geboten, die von der Politik abhängig sind, wie z.B. die Versorger. Hier wurden negative Aspekte der Branchen zugunsten hoher Dividenden vernachlässigt. Ähnliches gilt für die Ölindustrie. Unternehmen aus solchen Branchen sind schwieriger einzuschätzen als beispielsweise Fielmann oder Beiersdorf. Neben der Dividendenhistorie gibt auch die Ausschüttungsquote einen guten Aufschluss über das Unternehmen. Liegt die Ausschüttungsquote sehr hoch, ist es wahrscheinlich, dass bei einem Knick in der Geschäftsentwicklung die Dividende gekürzt wird. Ausschüttungsquoten von 50 % oder darunter sind attraktiv und bieten einen gewissen Schutz vor Kürzungen.

Auch wenn sich die Dividendenstrategie auf den regelmäßigen Kapitalzufluss konzentriert: Als Sahnehäubchen kommen bei Qualitätsaktien mit Dividendenfokus über einen längerfristigen Anlagehorizont unweigerlich die Kursgewinne hinzu.